Spanien und Andalusien

Weiter ging es durch Spanien, bis nach Andalusien der Sonne entgegen.

Nach Frankreich geht die dritte Etappe weiter entlang der spanischen Mittelmeerküste. Jetzt im Winter ist es in Ufernähe besonders warm, verglichen zum Landesinneren.

A) Cassà de la Selva

Für den ersten Stopp in Spanien fand ich in Cassà der la Selva einen kostenfreien Wohnmobilstellplatz. Die Chips für den Automaten für Frischwasser waren im nahen Schwimmbad zu bekommen. Was auf Englisch problemlos funktioniert hat. Übersetzt heißt der Ortsname sowas wie Dschungelhaus, aber ich habe nirgendwo im Ort einen Urwald gesehen.

Am Tag vor Heilige drei Könige entdeckte ich einige abgesperrte Straßen und eine Art Festplatz. Für Kinder gab es Pferde und Ponys zu bestaunen, dazu Essensstände und verkleidete Menschen haben Süßigkeiten verteilt. Da wollte ich schon gehen, als ich dachte alles gesehen zu haben, da startete auf einmal der Königsumzug.

Von drei Autos wurden Süßigkeiten geworfen, so wie man es in Deutschland von Karneval und Fasching kennt.

Dazu Musik, Fackeln, Lichter und viele glückliche Kinder links und rechts der Straße.

In Spanien ist die Bescherung mit Geschenken nämlich am Feiertag der heiligen Drei Könige.

Dann waren am 6. Januar auch alle Geschäfte zu in Spanien. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich war schon dran gewöhnt, dass immer alles offen ist, weil Sonntags viele Supermärkte offen haben.

B) L’Aldea

Bei L’Aldea entdeckte ich eine Mandarinen Plantage. Natürlich eingezäunt damit nichts verloren geht. Aber beeindruckend ist es schon, die Früchte, die ich sonst nur aus dem Supermarkt kenne, so direkt an Bäume hängen zu sehen.

C) Almoradí

In Almoradí gab es dann direkt die nächsten Südfrüchte zu sehen. Zitronen so weit man schauen konnte. In den Plantagen und außerhalb liefen überall, vermutlich freilebende, Katzen rum. Die Temperaturen sind auch sehr angenehm, um die 15 Grad tagsüber im Winter im Januar.

D) Huércal-Overa

Die Fahrt auf der Autobahn in Andalusien führt durch bergige Landschaft, vorbei an großen Solaranlagen, durch Tunnel und an vielen Gewächshäusern entlang bis zum Horizont. Ich habe beobachtet, dass die Nummerierung der Autobahnausfahrten nicht chronologisch durch nummeriert erfolgt, sondern der Entfernung in Kilometer entspricht, seit Autobahnbeginn der jeweiligen Strecke.

Auch waren hier entlang der Autobahn einige Schilder mit arabischer Schrift zu sehen, um auf die Fähre nach Algerien hinzuweisen. Von der südküste Spaniens aus ist es zum afrikanischen Kontinent garnicht mehr soweit.

E) Melicena

Ein kleiner Parkplatz, oberhalb vom Strand von Melicena. Hier kann man schön den Abend verbringen. Allerdings war jetzt außerhalb der Saison alles geschlossen. Am Strand selber standen Palmen direkt im Sand am Meer, ganz toll wie man im Video sehen kann. Anfangs stand neben mir direkt ein Polizeiauto. Während ich schon Ärger befürchte, ist überhaupt nichts passiert. Frei stehen und parken ist überhaupt kein Problem in Spanien.

Dieser Ort ein herrlicher Platz, um vom Sonnenuntergang bis zur Morgendämmerung zu entspannen.

F) Torremolinos

Torremolinos ist ein kleiner touristischer Ort direkt am Strand mit vielen Hotels (danke Martin für den Tipp). Hier waren doch viele Geschäfte geöffnet, nur wenige hatten Saison-Ferien. In einer kleinen Seitenstraße stand ich einige Tage und ab Mitternacht wurde es auch ruhiger, da dort direkt ein Pizza-Lieferdienst war und abends ständig Mofas vorbei fuhren. Am Strand gab’s, Palmen, Sandburgen, einen kleinen Leuchtturm und ein Riesenrad.

G) Ronda

Ronda ist eine Stadt gebaut direkt am Felsen, die große Brücke und Wasserfall darunter ist das Wahrzeichen (danke Oliver für den Tipp). Die Straßen gingen steil hoch und genauso wieder herrunter. Glücklicherweise habe ich außerhalb geparkt, denn das Chaos Innerorts wäre kein Spass gewesen.

Auf einem Video sieht man wie die Leute schön im Halbkreis parken, aber eigentlich geht dort eine Straße entlang. Naja, es ist eine Sackgasse.

Auf den nächsten Video ist zu sehen, wie abwechslungsreich die Umgebung ist in Ronda, mit ihren Bergen und Tälern. Die Häuser stehen buchstäblich direkt am Felsen.

In Algodonales, etwas weiter nördlich, ist ein grosser Wohnmobilstellplatz, so dass ich auch wieder ein paar Tage Fahrpause hatte. Dabei gab es wieder Frischwasser und habe ich ein bisschen Kleidung von Hand gewaschen und zum trocken in die Sonne gehängt.

Das mit dem Frischwasser ist sowieso eine Sache für sich in Spanien. Man muss erstens genau auf die Beschriftung achten, dass es auch wirklich Trinkwasser ist, oder etwas anderes wie Quellwasser. Im Fall von Trinkwasser kann man dann einfach daran riechen und wenn es nach Schwimmbad riecht, dann ist es richtig. Im Trinkwasser ist wohl einiges an Chlor und pur würde ich es nicht trinken. Aber zum Kochen, Tee und Kaffee ist es vollkommen okay.

H) Sevilla

Fast wäre ich an Sevilla vorbei gefahren, so wie ich manche Städte ausgelassen habe, die nicht sicher sind, um das Fahrzeug unbeobachtet stehen zu lassen. In Sevilla war ich fünf Tage zum spazierengehen und Besichtigung (Danke Claudia für die Tipps). Sevilla ist bekannt für den Torre del Oro – einen Turm und die Kathedrale von Sevilla. Überall in der Stadt stehen Orangenbäume. Jetzt im Januar sind sie wohl reif und fallen bei etwas Wind von alleine runter. Allerdings handelt es sich um Bitterorangen. Ich habe es probiert, vom Geruch wie normale Orangen, aber der Geschmack ist eher sauer bei Zitronen. Also wirklich ungenießbar.

Manchmal schaue ich in unbekannten Städten auf die Karte, wo ein grüner Ort ist. So habe ich den Principes Park in Sevilla entdeckt. Auch hier wieder Orangenbäume, aber auch viele Tiere und Seen mit kleinen Bächen.

Ganz bekannt in Sevilla ist auch der Plaza de España. Viele Touristen kommen mit Pferdekutschen vorbei, die überall in der Stadt warten.

I) Grenze zu Portugal

Das System mit den Autobahnen und Fernstraßen in Spanien ist nicht so einfach zu durchschauen. Es gibt mindestens A, AP, E, MA und CV. Inzwischen gibt es kaum noch Autobahn als Mautstraßen wobei A und AP fast das gleiche sind, haben aber andere Schilder. Die Mautstationen sind geschlossen, so dass man druherum fährt. Die anderen Straßen sind meist einspurig. Der Zustand der Straßen ist manchmal richtig neu und gut, bis hin zu sehr abenteuerlich.

Die letzten Kilometer auf der Autobahn nach Portugal waren solche abenteuerlichen Straßen. Es gibt richtig viele Schlaglöcher, die so groß sind, um darin einen liegenden Autoreifen zu verstecken. Das besondere Abenteuer ist dann, bei 100 km/h den Schlaglöchern auszuweichen.

Auch etwas gruselig sind die häufigen viereckigen schwarzen Flecken in unregelmäßigen Abständen über all in Spanien. Auf dem Standstreifen ist tiefschwarz verformter Teer, von der Größe her passend zu einem ausgebrannten Auto.

Die Brücke über den Fluss Guadina ist relativ unspektakulär. Ein großes Willkommenschild begrüßte jeden am Eingang zur Algarve. Hier wollte ich ja hin 🙂

Das war mein erster Eindruck von Spanien und ich besuche das Land gerne wieder. Wie hat dir der Reisebericht gefallen?

Author: admirableadmin

Hello World! Ich bin Andreas Peichert und entwickle und programmiere Software seit 2000. Zurzeit arbeite ich nicht als Senior System Engineer & Consultant und mache ein Sabbatical.

One thought on “Spanien und Andalusien”

  1. Hallo Andreas,

    wow, das ist ja nochmal eine große Tour mit vielen verschiedenen Eindrücken. Das sieht auf den Fotos fast wie Sommer aus :-/ (hier nicht).

    Schön, dass du in Ronda warst, auch wenn das nicht sehr autofreundlich ist 😉
    Das mit den Schlaglöchern auf den Autobahnen ist in Brasilien auch so, da bist du für die Zukunft gerüstet.

    Gracias y que tengas un buen viaje

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